It’s a Fashion World

Einen Einblick in diese Welt gewährt uns das internationale
Model Elisabeth Resch.
Sie erzählt über ihren Erfolg und
das Ziel, jeden Tag das Beste zu geben.

INTRE: Sie kommen gerade aus New York, sind jetzt zwei Tage in Wien und dann geht es mit dem Flieger nach Mailand. Ihren kurzen Stopp in Wien nutzen wir im Park Hyatt Vienna, um mehr über die Fashion-Branche zu erfahren. Aber zuerst zurück nach New York. Ist New York der Place-to-be? RESCH: New York ist neben Paris, London und Mailand eine der größten Fashion-Metropolen der Welt. Wenn man als Model erfolgreich arbeiten und die wichtigsten Kunden der Fashion-Branche kennenlernen möchte, dann ist NYC auf jeden Fall die Stadt, wo man sein muss. Es gibt die besten Möglichkeiten, die einflussreichsten Kunden der Welt zu treffen, denn sie halten hier wichtige Castings, Meetings und Produktionen ab. Es wird geplant und gecastet, das Shooting findet dann oft in New York, Los Angeles oder Miami statt. Manchmal fliegt man auch nach Kanada oder Europa mit dem Team.
Die Stadt ist teuer, die Mieten sind hoch, aber diese Stadt ist es wert, dort zu leben, Geschäfte zu machen und sich seinen Traum zu erfüllen. Dies wusste ich sofort, als ich das erste Mal in NYC ankam. Ich habe mich schnell zu Hause gefühlt, denn die Stadt hat mich immer sehr freundlich empfangen. Angefangen hat es mit einem Angebot einer professionellen Agentur, die mir innerhalb weniger Monate mein Arbeitsvisum organisiert hat. Ich habe schnell Freunde gefunden und so war es leicht, mich wohl zu fühlen. Es ist fast magisch, wie anziehend diese Stadt für mich ist. Nirgends auf der Welt findet man eine so kulturelle, ethnische und wirtschaftliche Vielfalt wie in New York City. Diese Stadt hat für jeden das Nonplusultra genau dessen zu bieten, was ihn am meisten interessiert. NYC schläft im wörtlichen Sinne niemals – man spürt 24 Stunden lang ihre Energie und Vibration.

INTRE: Wie funktioniert das Model-Business? RESCH: Wie in jeder anderen Branche auch, ist es wichtig, laufend am Ball zu bleiben. New York schläft niemals, so wie auch der Wettbewerb nicht schläft. Die Konkurrenz im Model-Business ist riesig. Neben einem professionellen Agenten braucht jedes Model ein dichtes Netzwerk mit guten Fotografen, Designern und Kunden, um erfolgreich sein zu können. Normalerweise hat man eine renommierte Mutteragentur, die dich dann in allen anderen Modelagenturen in den Modemetropolen platziert. In der Agentur gibt es einen Headbooker und viele andere Booker, von denen jeder für einen bestimmten Bereich verantwortlich ist. Die Agenten sind weltweit aktiv und sobald dein Profil für ein bestimmtes Produkt infrage kommt bzw. du ein passender Typ für die Anfrage eines Kunden bist, kontaktiert dich einer deiner Booker. Dann geht es zum Casting, das kann sehr unterschiedlich ablaufen. Ein Kunde lädt zum Beispiel 50 blonde Models ein. Viele haben zu diesem Zeitpunkt noch keine klare Vorstellung, wie der gesuchte „Typ“ genau aussehen soll, außer dass er blond sein soll. Vor allem in New York kommt es nach dem Casting oft zu einem „Callback“. Das bedeutet, dass dann nur noch etwa zehn Models in der engeren Auswahl sind und nochmals zum Casting eingeladen werden. Die Kunden wollen das Model oft zwei- bis dreimal sehen, bevor sie buchen. Am Schluss sind es dann meistens drei Top-Favoritinnen, die zur Endauswahl stehen und dann kommt es erst zur finalen Entscheidung.
Deshalb sollte man bei Castings bzw. Go & Sees nicht nur beim ersten Mal eine beeindruckende und sympathische Erscheinung abgeben, sondern bei jedem weiteren Termin ebenfalls. Wenn man jedes Mal sein Bestes gibt und für den Kunden bzw. zum Produkt richtig passt, wird man gebucht. In der Zwischenzeit heißt es für das Model abwarten, Sport treiben, weiter an der Karriere arbeiten. Es ist sehr wichtig, sich nicht unterkriegen zu lassen, wenn es einmal nicht klappt. Disziplin, Ausdauer, Geduld und eine gesunde Selbstwahrnehmung sind maßgebend und Eigenschaften, die einem helfen, sich in dieser Branche durchzusetzen. Ein gesunder Geist und Körper in Zusammenhang mit ein wenig Glück gehören auch dazu. Ich glaube jedoch, dass das Glück denjenigen zu Füßen liegt, die tagtäglich ihr Bestes geben.

INTRE: Sie sind auch auf Instagram und Facebook präsent. Kommen auf diesen Kanälen auch Anfragen? RESCH: Das Thema Social Media hat in den letzten Jahren sehr stark zugenommen, und ja, es werden in der Modebranche viele Jobs speziell über Instagram abgewickelt. Es kommen vielfältige Angebote, jedoch sind manche davon fragwürdig. Grundsätzlich gebe ich alle Anfragen an meinen Agenten weiter, um das Angebot prüfen zu lassen. Viele Models arbeiten wie ich mit einer Agentur zusammen, denn dann kann man sich verlassen, dass alles stimmt und die Anfrage auch seriös ist. Die Agentur kennt die involvierten Leute und viele Kunden, mit denen sie schon lange zusammenarbeitet, es gibt Verträge und das, was vereinbart wurde, wird eingehalten. Bei mir passt das seit vielen Jahren sehr gut.

INTRE: Warum buchen Ihre Kunden gerade Sie? RESCH: Grundsätzlich müssen die Voraussetzungen passen. Die menschliche Schönheit ist sicher eine Mischung aus äußerer und innerer Schönheit. Letztere hat viel mit einem guten Herzen und einer guten Seele zu tun. In der Modebranche geht es erstrangig um frisches, strahlendes Aussehen. Der erste Eindruck, den man beim Kunden macht, ist meistens entscheidend – dafür gibt es keine zweite Chance. Das gilt in meiner wie in allen anderen Branchen auch. Zu einem Casting werden oft viele Models geladen, die alle gut aussehen, tolle Haare, perfekte Haut und einen großartigen Body haben. Um den Job dann zu bekommen, muss man mehr zu bieten haben.
Neben einem blendenden Aussehen ist eine positive Ausstrahlung daher sehr wichtig. Man muss sich gut verkaufen können und etwas Besonderes haben, das einen vom Rest abhebt. Schönsein allein reicht nicht. Meiner Erfahrung nach ist es sehr wichtig, dass man beim Casting im Gespräch mit dem Kunden offen und authentisch bleibt. Der Kunde freut sich auf das Treffen und deshalb ist es sicher von Vorteil, mit einer positiven Grundstimmung auf ihn zuzugehen und somit in sympathischer und besonders strahlender Erinnerung zu bleiben. Der Kunde möchte ein Model buchen, dass die nötigen Voraussetzungen hat und zur Marke bzw. zum Produkt passt, aber man sollte mit der Person auch einen oder mehrere Tage gut auskommen können und das Model sollte die nötige Professionalität und Leichtigkeit mitbringen. Für die Produktion ist das Klima am Set sehr wichtig.

INTRE: Warum ist „positivity“ so wichtig? RESCH: Bei einer kleinen Produktion sind fünf bis zehn Leute am Set, bei größeren Produktionen sind es 25 oder mehr. Oft ist man Tag und Nacht mit dem Team zusammen. Vor Kurzem wurde ich für ein Drei-Tages-Shooting gebucht – es war wunderbar, ein großartiges Team. Da man viel Zeit miteinander verbringt, sollte man dementsprechend positive Energie mitbringen – das gilt für alle am Set. Wie schon erwähnt: Das Aussehen ist sehr wichtig in diesem Job, aber es ist nicht alles. Man muss sich auch benehmen können. Kommt jemand mit der Crew nicht zurande, wird er vom Set verwiesen, egal wie schön er ist. Für mich gilt, jeden Tag an mir selbst zu arbeiten, und dazu gehört, auf meinen Körper zu schauen, mich regelmäßig zu pflegen, mit Sport und Wellness in Form zu halten, engagiert zu sein, am
Selbstbewusstsein sowie der inneren Balance und Kraft stetig zu arbeiten. Es gilt, immer frisch und fröhlich zu sein, Stil und Style zu haben und das zu erfüllen, was von einem verlangt wird – auch wenn das Shooting 15 Stunden lang dauert. Wie schon Coco Chanel sagte: „Um unersetzlich zu sein, müssen Sie anders sein.” Jeden Tag aufs Neue sein Bestes zu geben – ich glaube, das macht dann den großen Unterschied aus.

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INTRE: Bei manchen Produktionen wird der Job nicht mit dem „schönsten Model“, sondern mit einem speziellen „Typ“ besetzt. RESCH: Ja, das kommt vor. Nicht für alle Kampagnen bzw. Marken sind die „typischen“ Modelmaße oder das schöne klassische Gesicht die richtige Wahl. Je nach Produkt und Zielgruppe kann es sein, dass
den Job auch ein Mädchen bekommt, dass einen Kopf kleiner ist und ein bisschen mehr auf den Hüften hat als der Standard oder ein spezielles Gesicht bzw. eigenwillige Haare zeigt. Manchmal kann genau dieses Model dann die richtige Wahl für den Kunden sein und das Produkt ideal präsentieren. Ich weiß für mich, dass ich mich gut vorbereitet und mein Bestes gegeben habe. Wenn mein „Typ“ nicht passt, dann ist es so. Das wird abgehakt und es geht weiter zum nächsten Job. Man muss mit Absagen auch klarkommen können und positiv weitermachen.

INTRE: Für welche Themen werden Sie gebucht? RESCH:Ich werde für verschiedene Themen, Designer, Fotografen und Produkte gebucht. Durch meinen extravaganten Look, wie es viele meiner Kunden oft beschreiben, werde ich unterschiedlich für Advertisings, Editorials, Commercials, Kampagnen und Beauties gebucht. Aufgrund meiner Größe laufe ich auch viele Fashion Shows. Ich bin 1,78 Meter groß, von Natur aus sehr schlank und passe in Größe 34 hinein. In New York, Paris und Mailand wird das am Laufsteg verlangt. Jedoch gibt es mittlerweile auch viele Plus-Size-Models und -Agenturen, wo wieder eine ganz andere Kleidergröße als Ideal angesehen wird und die einem anderen Schönheitsideal entspringen.

INTRE: Was ist Ihr USP? RESCH: Mein USP sind sicher meine langen Beine. Ich präsentiere sie gerne und fühle mich wohl dabei, sie zu zeigen. Das heißt nicht, dass ich den ganzen Tag in Hotpants und Miniröcken herumlaufe, aber natürlich konzentriere ich mich, diesen USP zu vermarkten. Das ist auch ein Teil meiner Marken-Arbeit. Bei Castings sind viele Kunden über meine Beine positiv erstaunt. Auch wenn es vorkommt und ich den Job nicht bekomme, erinnern sich die Kunden daran. Und ja, es passiert, dass sich ein ganz anderer Kunde, aufgrund einer Weiterempfehlung, meldet. Ich würde sagen, meine Beine sind mein Branding.

INTRE: Haben Sie auch Stammkunden? RESCH: Ja, es kommt oft zum Rebooking. Meine Stammkunden buchen mich unter anderem immer wieder, weil ich langjährige Erfahrung und eine dementsprechende Professionalität mitbringe. Das kommt sicher daher, dass ich bereits als Fünfjährige vor der Kamera stand und mit großen und bekannten Marken in Österreich und Deutschland in Print und Commercial gearbeitet habe.
Beim Job war ich schon immer pünktlich, professionell und verlässlich. Dafür bin ich meinen Eltern und meinem Großvater sehr dankbar, da sie mir diese Eigenschaften schon von früher Kindheit an mitgegeben haben. Bei der Produktion bin ich zu 100 % fokussiert und gehe auf den Kunden ein, frage ihn, welche Erwartungen er hat, beispielsweise wer die Zielgruppe ist, ob es um eine Produktpräsentation oder eine Kampagne für Verkauf und Ähnliches geht. Dieses Engagement mögen viele Kunden. Am Ende des Tages muss der Job zu 100 % abgeliefert werden, wie es verlangt wurde. Nicht mehr und nicht weniger. Wer liefert, hat Chancen auf Rebooking, wer nicht liefert, ist raus.

INFO: Instagram: elisabethresch

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